Protestaktion „Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss – nicht mit uns!“
Berlin, 21. August 2026. Bundesfamilienministerin Karin Prien hat angekündigt, den Unterhaltsvorschuss für Jugendliche ab 16 Jahren komplett zu streichen. Damit drängt sie Einelternfamilien weiter in die Armut. Für die betroffenen Jugendlichen bedeutet das: kein Geld für Teilhabe am sozialen Leben, wie zum Beispiel den Verein oder Unternehmungen mit Gleichaltrigen. Der Druck auf Jugendliche steigt, selbst Geld zu verdienen, statt einen höheren Bildungsabschluss zu machen. Wenn Teilhabe an Bildung so erschwert wird, verengen sich Zukunftsperspektiven. Es ist in einem so reichen Land wie Deutschland ein Skandal, Sparpolitik ausgerechnet auf dem Rücken von Jugendlichen zu betreiben, die bereits häufig armutsbetroffen sind – statt wie versprochen den unterhaltspflichtigen Elternteil in die Pflicht zu nehmen! Alleinerziehende darauf zu verweisen, dass sie mehr arbeiten sollen, ist für sie ein Schlag ins Gesicht: Allein für Kinder zu sorgen, ist eine große Leistung und schränkt gleichzeitig Erwerbsmöglichkeiten ein. Trotzdem arbeiten alleinerziehende Mütter mit 38,6 Prozent bereits deutlich häufiger in Vollzeit als Mütter in Paarfamilien mit 30,7 Prozent.
Besorgniserregend ist, dass im Haushaltsentwurf des Bundes für 2027 der Unterhaltsvorschuss bereits gekürzt ist. Aber: Noch ist kein Gesetz verabschiedet. Die SPD lehnt Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss ab, das Präsidium hat am 17. 8. 2026 einen Beschluss dazu gefasst. Um die Kürzung zu verhindern, braucht es eine Einigung in der Regierung. Die Tür bei Familienministerin Prien ist nicht gänzlich verschlossen. „Wenn jetzt dieselben, die Einsparungen mitbeschlossen haben, davon wieder abrücken, dann bin ich die Erste, die das begrüßt“, sagte Prien dem RND. „Ohnehin investiert der Bundesfinanzminister zu wenig insbesondere in die frühkindliche Bildung.“
Wir fordern die Regierung dazu auf, statt den Rotstift bei Alleinerziehenden anzusetzen, sich an ihren eigenen Koalitionsvertrag zu halten. Das bedeutet: nur noch eine hälftige Anrechnung des Kindergeldes auf den Unterhaltsvorschuss und einen verbesserten Rückgriff umsetzen. Unterhaltspflichtige Elternteile dürfen sich nicht länger aus ihrer Verantwortung stehlen können!
Mach mit! Der VAMV hat eine Protestaktion gestartet, bei der Du eine Protest-E-Mail an die Bundesfamilienministerin Prien und an den Bundeskanzler Merz schicken kannst.
- Einfach auf den entsprechenden Button klicken.
- Der Brief öffnet sich in deinem Mailprogramm.
- Du kannst unterschreiben und direkt auf „senden“ klicken.
- Du kannst in dem Brief auch eigenen Erfahrungen ergänzen.
- Du kannst auch weitere Empfänger*innen eingeben: z.B. die Bundestagsabgeordneten (MdB) aus Deinem Wahlkreis insbesondere aus der CDU und SPD oder den*die Ministerpräsident*in deinem Bundesland.
TIPP: Wer MdB in deinem Wahlkreis ist, findest Du leicht über https://www.mitmischen.de/wissen/abgeordnetensuche heraus.
Wir haben als Standardeinstellung uns selbst in Bcc gesetzt, damit wir wissen, wie viele Protestmails rausgehen. Wir zählen nur und geben keinerlei Informationen über Inhalte und persönliche Daten weiter. Die Mails werden dann wieder zeitnah gelöscht. Wenn Du uns nicht in Bcc setzen möchtest, lösche es einfach.