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Verbände fordern: Reform des SGB II darf nicht auf Kosten von Familien und Kindern gehen

Verbände sagen: Das Gesetz SGB II soll geändert werden. Aber: Die Änderungen dürfen nicht schlecht für Familien und Kinder sein.

Berlin, 19.02.2026. Ein breites Bündnis aus 38 Organisationen und Verbänden wendet sich in einem Offenen Brief an die Bundesregierung und die Fraktionen der Union und SPD im Bundestag. Die Unterzeichnenden fordern geplante Verschärfungen bei der Reform der Grundsicherung (SGB II) zurückzunehmen, die insbesondere Familien mit  Kindern treffen.

Die Reform verfehle ihr Ziel, Vertrauen zu stärken und Erwerbsintegration zu fördern, kritisieren die Verbände. Stattdessen erhöhe sie den Druck dort, wo er nur begrenzte Wirkung entfalten könne, und verschärfe die Situation von Menschen mit Betreuungsverantwortung. Besonders problematisch seien Sanktionen, die ganze Haushalte belasten, sowie die Verschärfung bei den Wohnkosten und unrealistische Zumutbarkeitsregelungen für Eltern von Kleinkindern.

Daniela Jaspers, Bundesvorsitzende des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) ergänzt dazu: „Die Probleme Alleinerziehender, eine existenzsichernde Beschäftigung zu finden, lassen sich nicht durch härtere Sanktionen und verschärfte Anforderungen im SGB II lösen. Individueller Druck baut nicht strukturelle Defizite ab. Eine tatsächlich bedarfsgerechte Kinderbetreuung, familienfreundliche Arbeitsbedingungen oder Equal Pay würden Alleinerziehenden ermöglichen, unabhängig von SGB II zu werden. Sanktionen treffen immer auch die Kinder – und stehen damit im Widerspruch zum erklärten Ziel des Koalitionsvertrags, Kinderarmut zu bekämpfen.“

Jede dritte Bedarfsgemeinschaft sei eine Familie mit minderjährigen Kindern, betonen die Unterzeichnenden. Sanktionen blieben daher nicht auf einzelne Personen begrenzt, sondern träfen unmittelbar auch Schutzbefohlene und Partner*innen. Der Offene Brief fordert unter anderem den Verzicht auf Sanktionen, die Kinder mitbestrafen, die Beibehaltung der Karenzzeit für Wohnkosten sowie eine realitätsnahe Berechnung der Regelbedarfe.

Der Offene Brief zur Reform des SGB II „Verschärfungen auf Kosten von Familien und Kindern zurücknehmen“ steht unten als Download für Sie bereit.

 

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV) vertritt seit 1967 die Interessen der heute 1,7 Millionen Alleinerziehenden. Der VAMV fordert die Anerkennung von Einelternfamilien als gleichberechtigte Lebensform und entsprechende gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Er tritt für eine verantwortungsvolle gemeinsame Elternschaft auch nach Trennung und Scheidung ein.

 

Berlin, 19.02.2026. 38 Organisationen und Verbände haben einen offenen Brief geschrieben. Der Brief geht an die Bundesregierung, an die Fraktionen Union und SPD im Bundestag. Die Organisationen sagen: Die Reform vom Gesetz SGB II soll strenger werden. Das finden sie falsch. Sie fordern: Die strengeren Regeln sollen zurückgenommen werden. Sie sagen: Die Reform erreicht ihr Ziel nicht. Sie schafft kein Vertrauen. Und sie hilft Menschen nicht besser, Arbeit zu finden. Stattdessen macht die Reform mehr Druck. Vor allem auf Menschen, die Kinder betreuen. Also zum Beispiel auf Eltern. Besonders problematisch sind: Sanktionen. Das sind Strafen mit weniger Geld. Diese Strafen treffen oft die ganze Familie. Strengere Regeln bei den Wohnkosten. Zu harte Regeln für Eltern mit kleinen Kindern. Daniela Jaspers vom Verband alleinerziehender Mütter und Väter sagt: Alleinerziehende haben es oft schwer, eine Arbeit zu finden, mit der sie genug Geld verdienen. Härtere Strafen helfen dabei nicht. Druck löst keine großen Probleme im System. Wichtig sind zum Beispiel: Gute Kinderbetreuung, Arbeitszeiten, die zur Familie passen, gleicher Lohn für Frauen und Männer. Sanktionen treffen immer auch die Kinder. Das passt nicht zum Ziel der Regierung, Kinderarmut zu bekämpfen. Die Organisationen sagen auch: Jede dritte Bedarfsgemeinschaft ist eine Familie mit Kindern unter 18 Jahren. Wenn es Sanktionen gibt, dann leiden auch die Kinder und die Partnerinnen oder Partner. Im Brief fordern sie unter anderem: Keine Sanktionen, die Kinder mitbestrafen, die Karenzzeit bei den Wohnkosten soll bleiben, der Regelbedarf soll realistisch berechnet werden

Der offene Brief kann unten heruntergeladen werden.

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) gibt es seit 1967. Er vertritt 1,7 Millionen Alleinerziehende in Deutschland. Der Verband setzt sich dafür ein: Ein-Eltern-Familien sollen als normale Familien anerkannt werden. Die Bedingungen in der Gesellschaft sollen besser werden. Eltern sollen auch nach Trennung oder Scheidung gut gemeinsam für ihre Kinder sorgen.