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Generalverdacht gegen Familien gefährdet Kindeswohl

Familien werden verdächtigt – auch wenn es keinen Beweis gibt. Das ist nicht gut und kann Kindern schaden.

Berlin, 24.02.2026. Zur ersten Lesung des Gesetzesentwurf „zur besseren Verhinderung missbräuchlicher Anerkennungen der Vaterschaft“ im Bundestag am 25. Februar 2026 haben zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen einen Offenen Brief an verschiedene Ausschüsse des Bundestags verfasst. Darin warnen sie die Abgeordneten vor einer Gefährdung des Kindeswohls, sollte dieses Gesetz verabschiedet werden und fordern stattdessen eine Politik, die auf Vertrauen in Familien gründet, moderne Lebensrealitäten anerkennt und das Kindeswohl systematisch schützt.

Die zivilgesellschaftlichen Organisationen beobachten die Debatte um die angebliche missbräuchliche Anerkennung von Vaterschaften schon seit Beginn mit großer Besorgnis: „Bereits jetzt kommen viele verzweifelte Mütter und Väter in unsere Beratung, die vor enormen Herausforderungen stehen, in Deutschland ein gemeinsames Familienleben führen zu können. Kommt das Gesetz, dann hat das gravierende Folgen, gerade für die Kinder“, sagt Cornelia Pries vom Verband binationaler Familien und Partnerschaften.

Die nachträglich mögliche Aberkennung der Staatsbürgerschaft eines Kindes, sei dabei eine der Folgen, die das Kindeswohl gefährde. Darüber hinaus würden den Kindern während des Prozesses der Anerkennung entweder keine oder nur eine vorläufige Geburtsurkunde ausgestellt. Mütter und Väter hätten kein ableitbares Aufenthaltsrecht aus familiären Gründen, Väter könnten keine Elternzeit beantragen. Auch entfalle der Anspruch auf Kindergeld im Asylverfahren, auch wenn der eine Elternteil darauf Anspruch hätte. Die Inanspruchnahme von Familienleistungen würden deutlich erschwert, so sei beispielweise ein Unterhaltsvorschuss für das Kind auch bei einer Beschäftigungsduldung möglich. In einem langwierigen Verfahren ginge das Kind dann leer aus.

Der Entwurf stehe in keinem angemessenen Verhältnis zu den wenigen problematischen Fällen der Vaterschaftsanerkennung.  Trotz dieser wenigen Fälle werde dennoch eine große Gruppe von Eltern – insbesondere mit Migrationsgeschichte oder unterschiedlichem Aufenthaltsstatus – mit einem schwerwiegenden Misstrauen konfrontiert.

Der Offene Brief steht unten als Download für Sie bereit.

 

Berlin, 24.02.2026. Am 25. Februar 2026 spricht der Bundestag zum ersten Mal über ein neues Gesetz. Das Gesetz heißt: „Bessere Verhinderung von missbräuchlicher Anerkennung der Vaterschaft“. Viele Vereine und Organisationen haben dazu einen Offenen Brief geschrieben. Der Brief geht an verschiedene Ausschüsse im Bundestag. Die Organisationen warnen: Wenn das Gesetz beschlossen wird, kann es Kindern schaden. Sie sagen: Politik soll Familien vertrauen. Politik soll moderne Familien anerkennen. Und Politik soll Kinder gut schützen. Die Organisationen beobachten die Diskussion schon lange mit Sorge. Cornelia Pries vom Verband binationaler Familien sagt: "Schon jetzt kommen viele verzweifelte Mütter und Väter in die Beratung.Sie haben große Probleme, als Familie in Deutschland zusammenzuleben. Wenn das Gesetz kommt, hat das schwere Folgen. Vor allem für die Kinder".
Ein Problem ist zum Beispiel: Ein Kind könnte später die deutsche Staatsbürgerschaft verlieren. Das kann dem Kind schaden. Während geprüft wird, ob die Vaterschaft anerkannt wird, bekommen Kinder vielleicht keine Geburtsurkunde oder nur eine vorläufige Geburtsurkunde. Das bringt weitere Probleme: Mütter und Väter bekommen kein Aufenthaltsrecht wegen ihrer Familie. Väter können keine Elternzeit beantragen. Es gibt kein Kindergeld im Asylverfahren, auch wenn ein Elternteil eigentlich Anspruch hätte. Andere Hilfen für Familien sind schwer zu bekommen. Zum Beispiel Unterhaltsvorschuss. Wenn das Verfahren sehr lange dauert, bekommt das Kind am Ende vielleicht gar nichts. Die Organisationen sagen: Es gibt nur wenige problematische Fälle bei der Anerkennung von Vaterschaften. Trotzdem würden sehr viele Eltern unter Generalverdacht gestellt. Vor allem Eltern mit Migrationsgeschichte oder mit unterschiedlichem Aufenthaltsstatus. Das halten die Organisationen für nicht gerecht.

Den Offenen Brief können Sie unten herunterladen.