Offener Brief: Unterhaltsvorschuss stärken statt kürzen!

Der Staat soll mehr Unterhalts-Vorschuss zahlen. Der Staat darf den Unterhalts-Vorschuss nicht kürzen.

Berlin, 5. November 2026. In einem gemeinsamen offenen Brief fordern 24 Verbände den Unterhaltsvorschuss zu stärken. Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss durch Alters- oder Einkommensgrenzen kritisieren die Verbände scharf. Familienministerin Prien hat in Aussicht gestellt, den Unterhaltsvorschuss für 16- und 17-Jährige doch nicht zu streichen. Das ist eine gute Nachricht. Allerdings hat sie gleichzeitig angekündigt, stattdessen die Kürzungspläne beim Unterhaltsvorschuss durch eine Einkommensgrenze für Alleinerziehende umzusetzen. „Sparen Sie nicht beim Unterhaltsvorschuss auf Kosten der Zukunftsperspektiven junger Menschen“, appellieren die Verbände an den Bundeskanzler, den Finanzminister und die Familienministerin. Zugleich fordern Familien-, Frauen- und Wohlfahrtsverbände, der DGB und weitere Organisationen auf Initiative des Verbandes alleinerziehender Mütter und Väter e.V. (VAMV): „Setzen Sie stattdessen die Vereinbarungen des Koalitionsvertrags um: eine nur noch hälftige Anrechnung des Kindergeldes auf den Unterhaltsvorschuss und eine konsequente Durchsetzung der Unterhaltspflicht.“

 

Berlin, 5. November 2026.

24 Verbände haben zusammen einen Brief geschrieben.
Ein Verband ist ein Zusammen-Schluss.
Die Mitglieder setzen sich für gemeinsame Ziele ein.

Der Brief ist ein offener Brief.
Das bedeutet:
Alle Menschen können den Brief lesen.

Die Verbände fordern:
Der Staat soll den Unterhalts-Vorschuss stärken.

Was ist der Unterhalts-Vorschuss?

Viele Kinder leben bei einem Elternteil.
Zum Beispiel bei der Mutter.
Die Mutter ist dann alleinerziehend.
Auch Väter können alleinerziehend sein.

Der andere Elternteil muss Geld für das Kind zahlen.
Dieses Geld heißt: Unterhalt.

Manchmal zahlt der andere Elternteil keinen Unterhalt.
Oder er zahlt zu wenig Unterhalt.
Dann hilft der Staat unter bestimmten Bedingungen mit Geld.
Dieses Geld heißt: Unterhalts-Vorschuss.

Die Familien-Ministerin will beim Unterhalts-Vorschuss sparen

Frau Prien ist die Familien-Ministerin.

Bisher war dieser Plan vorgesehen:
Für Kinder mit 16 oder 17 Jahren
soll es keinen Unterhalts-Vorschuss mehr geben.

Jetzt hat Frau Prien gesagt:
Vielleicht bleibt der Unterhalts-Vorschuss für diese Kinder doch erhalten.

Das ist eine gute Nachricht.

Aber Frau Prien hat auch einen anderen Plan angekündigt:
Es soll eine Einkommens-Grenze für Alleinerziehende geben.

Das bedeutet:
Der Staat schaut:
Wie viel Geld hat die alleinerziehende Mutter?
Oder wie viel Geld hat der alleinerziehende Vater?

Liegt das Einkommen über einer bestimmten Grenze?
Dann soll es keinen Unterhalts-Vorschuss mehr geben.

Die Verbände kritisieren beide Pläne scharf.
Sie sagen:
Der Staat darf den Unterhalts-Vorschuss nicht streichen:

  • wegen dem Alter von einem Kind.

  • wegen dem Einkommen von Alleinerziehenden.

Die Verbände fordern Hilfe für junge Menschen

Der Brief richtet sich an:

  • den Bundes-Kanzler.

  • den Finanz-Minister.

  • die Familien-Ministerin.

Die Verbände fordern:
Sparen Sie nicht beim Unterhalts-Vorschuss.
Junge Menschen brauchen das Geld für ihre Zukunft.

Die Idee für den Brief hatte der VAMV.
Das ist die Abkürzung für:
Verband alleinerziehender Mütter und Väter.

Viele andere Verbände machen mit.
Diese Verbände setzen sich für Familien und Frauen ein.
Andere Verbände helfen Menschen in schwierigen Lebens-Lagen.

Auch der Deutsche Gewerkschafts-Bund macht mit.
Die Abkürzung ist: DGB.
Der DGB setzt sich für die Interessen von Beschäftigten ein.

Die Regierung soll ihre Vereinbarungen umsetzen

Die Parteien in der Regierung haben Vereinbarungen aufgeschrieben.
Diese Vereinbarungen stehen im Koalitions-Vertrag.

Die Verbände fordern:
Setzen Sie diese Vereinbarungen um.

Dabei geht es um 2 Dinge:

1. Mehr Unterhalts-Vorschuss durch eine andere Berechnung

Bisher gilt:
Der Staat zieht das ganze Kinder-Geld
vom Unterhalts-Vorschuss ab.

In Zukunft soll der Staat
nur noch die Hälfte vom Kinder-Geld abziehen.

Dann bekommen die Familien mehr Unterhalts-Vorschuss.

2. Eltern müssen Unterhalt zahlen

Der Staat muss stärker darauf achten:
Eltern müssen den Unterhalt für ihre Kinder zahlen.
Der Staat muss dafür sorgen:
Eltern erfüllen diese Pflicht.